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Das Amt und die Vergangenheit: Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik

Ein Mythos bröckelt: Das nach dem Krieg vom Auswärtigen Amt verbreitete Geschichtsbild erweist sich als Legende…

Der Mythos, das Auswärtige Amt sei von 1933 bis 1945 ein Hort des Widerstands gewesen, gehört zu den langlebigsten Legenden über das Dritte Reich. Wie aber verhielten sich die Angehörigen des Auswärtigen Dienstes nach Hitlers Machtübernahme wirklich? Und wie stellten sie sich dann in der Bundesrepublik zu ihrer Vergangenheit?

Vom ersten Tag an war das Auswärtige Amt unmittelbar in die Gewaltpolitik des NS-Regimes eingebunden. Es schirmte die »Judenpolitik« des Dritten Reichs nicht nur nach außen ab, sondern war in allen Phasen aktiv an ihr beteiligt. Überall in Europa fungierten deutsche Diplomaten als Wegbereiter der »Endlösung«, sie wirkten mit an der »Erfassung« der Juden und an ihrer Deportation. Opposition aus dem Auswärtigen Dienst heraus blieb individuell und die Ausnahme. Nach Kriegsende wurden nur wenige Beamte für ihr Verhalten zur Rechenschaft gezogen, viele konnten auf ihre Wiederverwendung hoffen und setzten ihre Karriere fort.

Noch auf Jahrzehnte lagen über den außenpolitischen Entscheidungen der Bundesrepublik die Schatten der Vergangenheit. Gestützt auf zahlreiche bis heute unter Verschluss gehaltene Akten, räumt das Buch mit alten Legenden auf und korrigiert das Geschichtsbild einer der wichtigsten politischen Funktionseliten des Landes.

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Über die Autoren:

Eckart Conze, geboren 1963, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Marburg, von ihm zuletzt: Die Suche nach Sicherheit. Eine Geschichte der Bundesrepublik von 1949 bis in die Gegenwart, München 2009.

Norbert Frei, geboren 1955, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Jena, von ihm zuletzt (zusammen mit Ralf Ahrens, Jörg Osterloh, Tim Schanetzky): Flick. Der Konzern, die Familie, die Macht, München 2009

Peter Hayes, geboren 1946, Professor of History and German an der Northwestern University Evanston, Illionois, von ihm zuletzt:
Degussa im Dritten Reich. Von der Zusammenarbeit zur Mittäterschaft, München 2004, Mitherausgeber des Oxford Handbook of Holocaust Studies, Oxford 2010

Moshe Zimmermann, geboren 1943, Professor für Neuere Geschichte an der Hebrew University Jerusalem, von ihm zuletzt:
Deutsche gegen Deutsche, Das Schicksal der Juden 1938-1945, Berlin 2008

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–> „Beamte wurden mitgerissen, Juden zu ermorden“
–> Das Ende der Weizsäcker-Legende

2 comments to Das Amt und die Vergangenheit: Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik

  • Ein zweifellos wichtiges Buch, dass ein entsprechend wichtiges Thema aufarbeitet. Ob vor einiger Zeit die Wehrmacht und nun das AA, die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte steht noch lange nicht am Ende.

  • Degania

    Natürlich ist das Thema nicht „neu“. Joschka Fischer sei gedankt, dass er diese grausame Vergangenheit durch das Einsetzen eines Historikerkommission (u.a. mit Prof. Moshe Zimmermann) für eine breite Öffentlichkeit „ans Tageslicht“ gebracht hat. Der Mythos ist binnen weniger Tage verflogen – nach 65 Jahren! Wer, in exemplarischer Hinsicht, mehr zum Thema lesen mag: Ich möchte das autobiographische Buch „Schweigen tut weh. Eine deutsche Familiengeschichte“ der Nahostexpertin Alexandra Senfft (s. auch haGalil-Bericht zu ihrem Buch: Fremder Feind so nah…“) empfehlen. Sie hat auch mehrere Jahre lang im Vorstand des diAK, deutsch-israelischen Arbeitskreises mitgearbeitet.
    Lesenswert erscheint mir auch der Spiegel-Bericht zu ihrem Buch „Schweigen tut weh“:
    http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/1025/mein_grossvater_der_verbrecher.html