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Jeder Tag wie heute

Ein exzellentes Debüt über Schoah, Erinnerung und Vergeben…

segal

Adam Schumacher ist ein bekannter israelischer Schriftsteller. Der 90jährige Schoah-Überlebende ist Witwer und an einem Punkt in seinem Leben angelangt, an dem er sich überzeugen lässt, seine Erinnerungen aufzuschreiben. Das tut er ausgerechnet in Deutschland, in München, wo ein alter Freund ein Literaturmagazin herausgibt.

Tatsächlich ist es für dieses Vorhaben fast schon zu spät, denn Schumachers Gedächtnis lässt ihn immer öfter im Stich. Vergangenes und Gegenwart mischen sich, Träume und tatsächlich Erlebtes, intensive Erinnerungen an seine verstorbene Frau und die Umstände ihres Todes bestimmten sein Denken. Verschiedene Zeitebenen lassen den Leser erst spät an den letzten Entscheidungen von Adam Schumacher teilhaben.

Ron Segal hat mit „Jeder Tag wie heute“ einen ausgezeichneten Debütroman vorgelegt, der das oft bearbeitete Thema Erinnerung der Zeitzeugen aus einem etwas anderen Blickwinkel aufgreift. Segal, 1980 geboren, hat an der Sam Spiegel Film and Television School Jerusalem studiert. Seit 2009 lebt er mit Unterbrechungen in Berlin, und arbeitete zuletzt parallel zu seinem Debütroman an einem Animationsfilm zu „Jeder Tag wie heute“. Vielleicht ist es der Blick des Filmemachers, der diesen Roman so erfrischend anders macht. Er ist kurz und intensiv, verschwendet keine überflüssigen Worte. Der Leser wird in Schumachers Gedankenwelt gesogen und fühlt sich dabei ganz zuhause.

Ein großes Leseerlebnis!

Ron Segal, Jeder Tag wie heute, Wallstein Verlag 2014, 140 S., Euro 17,90, Bestellen?

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