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Erstes österreichisches Creative-Commons-Buch erschienen: „Ethify Yourself“ lässt sich gratis online lesen und weiterbearbeiten

Das Internet hat die Situation für geistiges Eigentum aus Sicht der Urheberrechtsindustrie dramatisch verschärft. Diese setzt im Kampf gegen die um sich greifende Online-Piraterie auf werbefinanzierte Abo-Dienste, die moderne Medienkonsumenten davon abhalten sollen, sich geschützte Inhalte wie Filme, Musik oder Bücher illegal im Netz zu besorgen…

Dornbirn (pte) – Dass es im Spannungsfeld zwischen Piraterie und Urheberrechtsschutz auch vielversprechende alternative Ansätze gibt, beweist die Veröffentlichung des ersten Buches in Österreich, das vollständig unter Creative-Commons-Lizenz steht und von Usern online weiterbearbeitet werden kann.

„Hinter dem Begriff Creative Commons verbirgt sich ein Ansatz, mittels dem Künstler der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an ihren Werken einräumen können“, erklärt Roland Alton, Medienforscher und Mitglied des akademischen Beirats von Creative Commons Austria creativecommons.at , im Gespräch mit pressetext. Sein kürzlich erschienenes Buch „Ethify Yourself“ ethify.org können Interessierte kostenlos im Netz lesen. Angeboten werden aber auch eine E-Book- (4,90 Euro) sowie eine gedruckte Version (24,90 Euro).

Marktversagen der Urheberrechtsindustrie

„Die Arbeit im Web verlangt nach einem anderen Umgang mit dem Urheberrechtsschutz, welcher die Verbreitung von Werken generell einschränkt“, ist Alton überzeugt. Wenn Konsumenten an neue Filme, Musik oder Bücher in digitaler Form nur schlecht herankommen würden, habe die Urheberrechtsindustrie ein Marktversagen produziert. „Abmahnbriefe an Filesharer zu schreiben wird kaum nachhaltige Besserung bringen“, merkt Alton an.

Vor allem im öffentlichen Bereich – wie etwa auf Universitäten oder in Museen – hätte man das Potenzial alternativer Lizenzansätze mittlerweile aber bereits erkannt. „Hier werden immer mehr Materialien unter Verwendung einer Creative-Commons-Lizenz ins Netz gestellt. Durch die Öffnung der Nutzungsrechte verspricht man sich eine Steigerung der Besucherzahlen“, schildert Alton.

Online-Projekt zeigt Buch-Zukunft

Auch auf Künstlerseite habe dem Medienforscher zufolge schon ein Umdenken stattgefunden. „Das Wertesystem der Kreativszene hat sich geändert. Aus einem Konkurrenz- ist ein Kooperationsdenken geworden“, erläutert Alton. Um heute erfolgreich zu sein, sei kraftvolle Teamarbeit nötig, die intermediale Konzepte mit innovativen Geschäftsmodellen hervorbringt, welche nicht mehr auf den Bezug von Tantiemen ausgerichtet sind.

Im Verlagsumfeld werde der Creative-Commons-Ansatz aber immer noch weitgehend ignoriert oder sehr restriktiv gehandhabt. „Mit meinem Online-Buchprojekt versuche ich, mit lebensnahen Inhalten, guter Gestaltung und freier Software aufzuzeigen, wie künftig Bücher geschrieben und veröffentlicht werden könnten“, fasst Alton die persönliche Zielsetzung zusammen.

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