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Der „Friedenskämpfer“

Die Generation der über 50jährigen wird sich vielleicht noch an ihn erinnern: Der palästinensische Politiker Isaam Sartawi galt Anfang der 1980er Jahre in dem kleinen Kreis der Nahost-Interessierten als ein Symbol der Hoffnung…

Von Roland Kaufhold
Jüdische Zeitung Nr. 9 (79), September 2012

Der Hoffnung auf eine Verständigung, auf einen „Frieden“ zwischen Israelis und Palästinensern. Sein gewaltsamer Tod – er wurde 1983 am Rande einer Konferenz der Sozialistischen Internationale in einem Lissabonner Hotel von einem Mitglied der palästinensischen Abu Nidal Bande ermordet – wurde in den Massenmedien vermeldet.

Smart, redegewandt und scheinbar kompromissbereit

Knapp 30 Jahre nach seinem Tod legt die österreichische Journalistin Tessa Szyszkowitz eine sorgfältig recherchierte, spannend geschriebene Biografie über Sartawi vor. Eine Lektüre, die einen nicht gleichgültig lässt.

Sartawi war ein smarter, redegewandter, scheinbar kompromissbereiter palästinensischer Intellektueller. Er hatte gute Kontakte zu einigen sozialistischen europäischen Regierungschefs. Und er führte in europäischen Hotels geheime Gespräche mit linken Israelis. Dazu gehört Uri Avnery, der verschiedentlich über ihre gemeinsamen Gespräche geschrieben hat (Avnery, 1988), aber auch der in Israel seinerzeit sehr renommierte ehemalige General Matti Peled (vgl. Kaufhold, 2003).

Das Buch wird mit einer Szene vom Oktober 1979 eröffnet: Issam Sartawi sowie der israelische Professor Arie Lowa Eliaw wurden in Wien auf Initiative Bruno Kreiskys mit dem Bruno Kreisky Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Einerseits fühlte sich der – wie ihn die Autorin durchgehend bezeichnet – „Friedenskämpfer“ Issam Sartawi hierdurch geehrt, in seinem Engagement um einen politischen Ausgleich unterstützt. Auch fühlte er sich seinem Freund Bruno Kreisky gegenüber verpflichtet: „Bruno Kreisky hat in Europa unzählige Türen für Sartawi geöffnet.“ (S. 12) Andererseits fühlte er sich existentiell bedroht, galten doch Gespräche mit dem „Feind“ als Verrat. In Israel drohte hierauf seinerzeit eine Gefängnisstrafe, unter Palästinensern waren Hinrichtungen nichts Außergewöhnliches. Einige seiner palästinensischen Weggefährten waren in den letzten Jahren wegen ihrer „Dissidenz“ von palästinensischen Terrorgruppen ermordet worden. Schwerer jedoch wog: Arafat, der Sartawi zeitweise geschützt hatte, hatte ihn kurz zuvor unmissverständlich aufgefordert, den Preis nicht gemeinsam mit dem Israeli Eliaw anzunehmen. Der ungeduldige, eigenwillige Querdenker Sartawi setzte sich über dieses Verbot bewusst hinweg. Der lebensbedrohlichen Konsequenzen war er sich durchaus bewusst. Der Weg hin zu seiner Ermordung war gelegt. Vier Jahre später wurde er in Lissabon ermordet.

Frühere Beteiligung an Terrortaten

Die Autorin Tessa Szyszkowitz – sie arbeitete von 1994-1998 als Auslandskorrespondentin für das österreichische Magazine Profil in Jerusalem – zeichnet Sartawis Biografie nach, deutet auch seine frühere Beteiligung an Terrortaten gegenüber Israelis an. Etwas ausführlichere Informationen hierzu hätte man sich gewünscht. So legt der Filmemacher Georg Hafner in seinem soeben ausgestrahlten hintergründigen Fernsehfilm „München 1970. Als der Terror zu uns kam“ eine Beteiligung Sartawis an der Sprengung eines israelischen Flugzeuges im Jahr 1970 nahe.

Tessa Szyszkowitz erzählt minutiös über Sartawis Lebensweg, über das Engagement seiner letzten acht Lebensjahre. 1975 hatte der seinerzeit 40jährige, in Akko geborene Herzchirurg von seinem Ziehvater Arafat – so die Autorin – den Auftrag erhalten, Kontakte zu Israelis zu knüpfen und die PLO – die in den Jahren zuvor zahlreiche Terrorakte gegenüber Israelis ausgeübt hatte – „in den europäischen Staatskanzleien salonfähig zu machen.“ (S. 13) Seitdem lebte er, acht Jahre lang, in ständiger Todesgefahr: „Sartawi weiß, dass er mit offenen Augen in den Tod geht.“ (S. 13) Es gelingt ihm, diese innerlich zu verdrängen.

Der Tod seines sieben Jahre jüngeren Bruders im Jahr 1968, er starb durch eine Bombe, radikalisiert Sartawi. Der Herzchirurg wird „vom Arzt zum Kämpfer“ (S. 25), schließt sich einer militanten palästinensischen Gruppierung an. 1970 wird er zum Auftraggeber eines Bombenattentats gegen ein israelisches Flugzeug, ein Israeli stirbt, die 1923 in Berlin geborene israelische Schauspielerin Hanna Meron verliert ein Bein.

Abkehr vom Terror

Sartawi wendet sich vom Terror ab, der Kreislauf der Gewalt erscheint ihm als sinnlos: „Frieden kann es nur geben, wenn beide Völker einen Staat in Palästina bekommen. Die PLO muss den Zionismus als Basis des Staates Israel anerkennen“ (S. 47). Er beschäftigt sich mit der Geschichte des Zionismus, und er wird ein enger Vertrauter von Abu Mazen. Sartawi nimmt geheime Kontakte mit Uri Avnery auf, in einem seiner Bücher dokumentierte Avnery (1988, vgl. Kaufhold 2003, 2008) einige Jahre später diese Gespräche.

Einen Schwerpunkt dieser minutiös recherchierten politischen Biografie bildet Sartawis manisches Bemühen, ab 1976 ein Netz diplomatischer Beziehungen zu europäischen sowie (mit weit weniger Erfolg) zu amerikanischen Politikern (S. 77-84, S. 113f.) zu knüpfen. Er lebt häufig in Paris, fürchtet permanent Mordanschläge von palästinensischen sowie von israelischen Gruppierungen. Dennoch: Sartawi diskutiert immer wieder mit Amos Kenan, Danny Amit, Matti Peled, Lowa Eliaw, Uri Avnery, Jakow Arnon, Jossi Amitai, Dedi Zucker, Luli Tamir sowie dem Journalisten Amnon Kapeliuk aus Israel; weiterhin mit einer Gruppe um Henri Curiel (dieser war aus Ägypten ausgewiesen worden und lebte in Frankreich) sowie dem jüdisch-französischen Politiker Pierre Mendés-France aus Frankreich. Sartawi wird als ein mutiger, kompromissloser Aktivist beschrieben, der nicht bereit war, gesellschaftliche und politische Grenzen zu respektieren. Ein Tabubrecher. Und zugleich ein kultivierter, außergewöhnlich charismatischer „europäischer“ Mensch, der das Leben zu genießen vermochte. Exemplarisch hierfür diese Passage: „Uri Avnery ist bis heute von ihm begeistert: `Er war ein unglaublich mutiger Mensch, ein Abenteurer im besten Sinne. Er genoss außerdem das Leben so sehr, wir haben unsere Arbeitstage immer mit einem guten Essen beendet´“ (S. 61).

Enger Kontakt zu Bruno Kreisky

Sartawis Beziehung zu dem „neutralen“ Österreicher Bruno Kreisky, der jüdische Wurzeln hatte (die ihn nicht interessierten) und den Palästinensern zugleich große Sympathie entgegen brachte, wird umfänglich beschrieben. Kreisky, den Sartawi in den Jahren 1977-1983 „über fünfzig Mal“ (S. 67) treffen sollte, öffnete ihm den Weg zur Sozialistischen Internationale wie auch zu Kreiskys Freund Willy Brandt. Immer wieder nimmt er an Sitzungen der Sozialistischen Initiative teil, mit dem Status eines privaten Beobachters. Die israelische Arbeiterpartei lässt es nicht zu, dass er einen offiziellen Status erhält.

Willy Brandt trifft Sartawi mehrfach, so erstmals im November 1977, jedoch nur heimlich. Sartawi zeigt sich als formvollendeter Diplomat und Charmeur. Am 27.1.1977 schreibt er Kreisky: „Ich war tief bewegt und außerordentlich geehrt durch den freundlichen Empfang und die Gastfreundschaft eurer Exzellenz. Ich werde die Erinnerung an dieses Abendessen in Ihrem Heim und das Privileg, Frau Kreisky kennengelernt zu haben, stets in Ehren halten. Ich hoffe, ich werde einmal die Chance haben, Sie und ihre Frau in einem freien und souveränen Palästina zum Abendessen einladen zu können“ (S. 66). Ihre Korrespondenz, ihren Gedankenaustausch streuen sie bewusst in den Medien. Und: Sartawi distanziert sich nun auch öffentlich von Terrorakten. Hiermit macht er sich erneut zum Hassobjekt mehrerer palästinensischer Gruppierungen.

Je erfolgreicher Sartawi in seinen diplomatischen Bemühungen, in seinem Brückenschlag, seinem „aktionistischen Plan“ (S. 93) wird desto bedrohlicher wird seine eigene Situation. Im Kapitel „Die Feinde schlafen nicht“ werden die Angriffe von Palästinensern gegen ihn beschrieben. Er ist sich jederzeit bewusst, für seine Ideen sterben zu müssen. Im Januar 1978 wird sein palästinensischer Mitstreiter Said Hammami, ehemals Flüchtling aus Jaffa und Vertreter der PLO in London, von Abu Nidals Terrorgruppe ermordet (S. 99ff.). Am 1. August 1978 stirbt Izzadin Kalak, Vertreter der PLO in Paris (S. 104).

Massive Rückschläge

Und: Die tagespolitischen Ereignisse bringen immer wieder massive Rückschläge mit sich. 1977 lässt Arafat verkünden, dass die PLO alle Kontakte zu Israelis einstellen werde. Diesmal beugt sich Sartawi diesem Gebot. Und doch kämpft er auch innerhalb der PLO weiter für seine Ideen. Sein rhetorisches Talent ist ihm eine außergewöhnliche Unterstützung. Im Kapitel „Siegeszug der Diplomaten“ bemerkt die Autorin hierzu: „Sartawis Höhepunkte sind seine öffentlichen Auftritte. Dort kommt sein dramatisches und rhetorisches Talent zum Tragen. Er liebt die donnernde Rede. Für einen Vertreter einer kleinen, radikalen Minderheit ist es allerdings gar nicht so einfach, Auditorien zu finden“ (S. 86). Im Kapitel „Die Feinde schlafen nicht“ werden PLO-interne Angriffe gegen ihn beschrieben, in den Jahren 1976 und 1977. Die berühmte Rede Anwar Sadats vom 19.11.1977 in der Jerusalemer Knesset, in der dieser einen Frieden Ägyptens mit Israel anbietet, löst innerhalb der palästinensischen Gruppierungen massive Ängste aus. Sartawi wird intern erneut als ein Gegner palästinensischer Interessen diffamiert. Im Januar 1980 verfasst Kreisky – dessen „pro-palästinensisches“ Wirken viele jüdische Österreicher mit einer ausgeprägten Skepsis betrachteten – Arafat einen Brief, in dem er Sartawis Schicksal zum „Testfall für die künftigen Beziehungen zwischen der PLO und ihren Freunden in den europäischen Demokratien“ erklärt (S. 121). Im gleichen Jahr nimmt Österreich – als erstes westeuropäisches Land – diplomatische Beziehungen zur PLO auf. Sartawis größter diplomatischer Erfolg. Sartawi vermag diesen Erfolg nicht lange zu genießen: Im Juni 1980 wird der PLO-Vertreter in Brüssel, Naim Khader, erschossen: Im Kapitel „Wahl zwischen Ertrinken und Erwürgen“ konstatiert Szyszkowitz: „Einer nach dem anderen werden seine Partner umgebracht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sartawi an die Reihe kommt. Er weiß dies genau. Der leidenschaftliche Friedenskämpfer spürt, er hat nicht mehr viel Zeit.“ (S. 124)

Zwischen allen Stühlen

Sartawi vermag die politischen Widersprüche, mit denen er tagtäglich konfrontiert wird, nur schwer zu ertragen. Er sitzt zwischen allen Stühlen. In internationalen Magazinen verkündet er immer wieder, dass die PLO Israel bedingungslos anerkenne. Arafat jedoch, dessen diplomatischen Unfähigkeiten viele mitverantwortlich für das Scheitern aller Friedensbemühungen machen, macht daraufhin immer wieder einen Rückzieher. Er sucht Gesprächspartner insbesondere im Umfeld der israelischen Linken, der Arbeiterpartei, empört sich jedoch zugleich – auch in öffentlichen Interviews – über den zunehmenden Siedlungsausbau. Dieser wird auch von der Arbeiterpartei unterstützt. Und er hilft bei der Weiterverbreitung der für Israel höchst ungewohnten seinerzeitigen parlamentarischen Initiativen seines Freundes Uri Avnery. Dieser hatte als Abgeordneter bei Debatten in der Knesset immer wieder gleichzeitig eine israelische wie eine palästinensische Flagge an seinem Pult angebracht. Innerhalb Israels wurde dies jedoch kaum wahrgenommen. 1981 scheidet Avnery endgültig aus der Knesset aus (s. Kaufhold, 2003).

Immer wieder fordert Sartawi die Notwendigkeit von Gesprächen: „Es ist offensichtlich, dass es keine militärische Lösung für diese momentane Krise gibt und es ist unwahrscheinlich, dass es jemals eine geben wird. Die einzige Alternative ist ein politischer Dialog.“ (S. 151) Sartawi findet innerhalb der PLO nur wenig Mitstreiter. Die Bürgermeister von Bethlehem (Elias Freij) und von Gaza Stadt (Raschid al-Schawa) fordern Gespräche mit den Israelis. Die Todesdrohungen der verschiedenen extremistischen palästinensischen Gruppierungen gegen sie nehmen zu.

Der kurze Weg zum Tod

Der Libanonkrieg im Jahre 1982 – gegen den in Tel Aviv 400.000 Israelis demonstrierten – wirft die Dialogbereitschaft um Jahre zurück. Sartawi gibt nicht auf: Im Juli 1982 stellt er gemeinsam mit dem ehemalige israelische General Matti Peled in Paris in einer Pressekonferenz eine gemeinsame Erklärung vor. Es sind vereinzelte, verzweifelte Bemühungen. Innerhalb der PLO wüten im Hintergrund heftige Auseinandersetzungen. „Der kurze Weg zum Tod. Ungehorsam gegen Arafat“ (S. 175-240) ist der zweite Teil dieser Biografie betitelt, in dem Issam Sartawis Ermordung, ein Jahr nach dem Libanonkrieg, wie in einem Krimi beschrieben wird. Arafat scheint, so die Analyse der Autorin, seit diesem Zeitpunkt seinem zeitweiligen politischen „Ziehsohn“ „seine schützende Hand“ (S. 178) entzogen zu haben. In „Die Schlinge zieht sich zu“ wird ein erneutes Treffen zwischen Avnery und Sartawi am 27. Februar 1983 in London beschrieben – dieses fand statt, obwohl Sartawi dies ausdrücklich verboten war: „Für Sartawi steht fest: Nur wenn die PLO Israel anerkennt, offiziell und ohne Bedingungen, gibt es eine reelle Chance auf Verhandlungen. Er spürt aber auch, dass er nicht mehr viel Zeit zur Verfügung hat. Seine Verzweiflung beginnt an Wahnsinn zu grenzen. Er droht, eine eigene PLO zu gründen und Arafat die Gefolgschaft zu verweigern.“ (S. 181)

Abu Nidals Terrorgruppe setzt beide, wie auch Arafat selbst, in Zeitschriftenbeiträgen auf eine Todesliste – „Sartawi und Arafat als CIA-Agenten, Avnery als Mossad-Agent“ (S. 183).

Sechs Wochen später ist der gradlinige, verzweifelte „Friedensaktivist“ Issam Sartawi tot. Ende März bringt eine ägyptische Wochenzeitung ein Interview mit Sartawi, am 25. März sprechen Sartawi und Avnery gemeinsam im holländischen Parlament. Am 6. April fliegt er alleine von Paris nach Lissabon, zum Treffen der Sozialistischen Internationale. Er hat keinen offiziellen Status, und Schimon Peres, seinerzeit Leiter der israelischen Delegation, verhindert eine Rede Sartawis innerhalb der SI-Tagung: „`Das bringt mich in Lebensgefahr´“ (S. 189) soll Peres gesagt haben. Am 10. April 1983 wird Sartawi im Lissaboner Hotel „Montechoro“ mit mehreren Pistolenschüssen hingerichtet. Er befindet sich gerade in einem Gespräch mit dem zypriotischen Botschafter: „Issam Sartawi ist sofort tot. Er fällt auf den Rücken, liegt mit ausgestreckten Armen und Beinen auf dem Boden. Aus seinem Mund fließt Blut. Seine Brille liegt neben ihm.“ (S. 191)

Die Nachricht seiner Ermordung wird weltweit verbreitet. Der Terror hat gesiegt. Wie so häufig. Lowa Eliaw veröffentlicht in der israelischen Zeitung Dawar einen Nachruf auf seinen so unterschiedlichen Freund: „`Wir trafen uns als Feinde und endeten als Freunde. Sartawi war ein stolzer Palästinenser, ich war Zionist. Zwischen uns entwickelten sich exzellente menschliche Beziehungen. Das wurde noch vertieft, als wir gemeinsam 1979 den Bruno-Kreisky-Preis bekamen (…) Als er (Sartawi) sah, dass ich an der Reaktion in Israel verzweifelte, sagte er: `Wir sind Teil einer Sache, die größer ist als wir.´“ (S. 199)

Der Rest des Buches – 48 Seiten – ist ein Epilog über das, was als geistiges Erbe geblieben ist.

Am Ende des Buches ist ein persönlicher, mit „Es gibt kein Palästina mehr, von dem wir träumen können“ betitelter Beitrag von Sartawis Tochter Nadia (S. 215-225) widergegeben. Von einem Nationalstaat Palästinas vermag sie nicht mehr zu träumen. Sie hat Tessa Szyszkowitz zahlreiches Material über ihren Vater überlassen.
Eine gut geschriebene, spannende, traurige Biografie. Erschienen ist sie 29 Jahre nach Sartawis Ermordung. Sein Name, sein Wirken ist heute weitgehend vergessen. Die Aussichten auf eine wechselseitige Annäherung, auf einen „Frieden“, haben sich in keinster Weise verbessert – trotz aller vereinzelten Bemühungen.

Tessa Szyszkowitz: Der Friedenskämpfer. Arafats geheimer Gesandter Isaam Sartawi. Wien (Picus Verlag) 2011, 254 S., Euro 19,90, Bestellen?

Literatur:
Avnery, Uri (2003): Ein Leben für den Frieden. Heidelberg (Palmyra)..
Avnery, Uri (1988): Mein Freund, der Feind. Bonn (Dietz).
Kaufhold, Roland (2003): Uri Avnery: Ein Porträt. In: Uri Avnery (2003): Ein Leben für den Frieden. Heidelberg (Palmyra), S. 258-287.
Kaufhold, Roland (2008): Ein radikaler israelischer Friedensaktivist und Grenzgänger: Uri Avnery wird 85 Jahre alt. In: haGalil http://www.hagalil.com/archiv/2008/09/avnery.htm
Roland Kaufhold (10/2010) Amos Oz und Sari Nusseibeh erhalten den Siegfried Unseld Preis. In: haGalil: http://www.hagalil.com/archiv/2010/10/04/oz-nusseibeh/
Roland Kaufhold (9/2008): Es war einmal ein Land – Ein Leben in Palästina. In: haGalil: http://buecher.hagalil.com/2008/09/nusseibeh/

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