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Die Siedlung: Irrwitzige Normalitäten

Einst wurde die Wohnsiedlung Newe Chanit (Oase des Speers) für die militärische Elite des Landes am Rande Tel Avivs erbaut. Heute stehen die bescheidenen Häuser mit den alten Gärten auf teurem Grund und Boden. Der gewiefte Immobilienmakler Gabi Chayek bemüht
sich zielstrebig, die verbliebenen Rentner, Witwen und sonstigen Bewohner zum Verkauf zu bewegen, damit er dort Nobelunterkünfte hochziehen kann…

Als Herr Glück eines natürlichen Todes in seinem Schreibwarenladen stirbt, soll auf seinem Grundstück ein Wellness-Center entstehen. Der Siedlungsrat wettert dagegen, vermutet er doch in Wahrheit einen Massagesalon, schlimmer noch: ein Bordell hinter dem Projekt. Der alte Herr Schwebel wiederum willigt angesichts des Angebots von drei Millionen Dollar sofort in den Verkauf ein — zum Entsetzen seiner Frau, die keinesfalls so ohne Weiteres ihren liebevoll gehegten organischbiologischen Garten aufgeben möchte.

Wie unter dem Brennglas zeigt Michal Zamir anhand der Schicksale der Bewohner von Newe Chanit den Status quo ihres von Widersprüchen geprägten Landes. Die Siedlung gibt auf literarisch brillante Weise Auskunft darüber, wie ein Land aus einer existenziellen Zerreissprobe heraus ebenso unaufhaltsam wie unvorbereitet auf eine gesellschaftliche Normalität zugesteuert ist — und wie diese "Normalität" ihren ganz eigenen Irrwitz gebiert.

Michal Zamir wurde 1964 in Tel Aviv geboren und ist die Tochter von Zvi Zamir, der Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad war. Ihre Erfahrungen beim israelischen Militär schildert Michal Zamir in ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Roman Roman "Das Mädchenschiff", der bei Presse und Publikum grossen Anklang fand. Sie lebt mit ihrer Tochter in Tel Aviv.

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Pressestimmen

  • "Zamirs Roman strotzt vor Lebenslust""
    Theresa Bäuerlein, Jüdische Allgemeine, 12. März 2009
  • "Der von Michal Zamir geschilderte Ausverkauf des Viertels hat exemplarische Bedeutung. Die israelische Gesellschaft scheint vordringlich mit dem Kalkulieren von Profiten beschäftigt zu sein."
    Sigrid Brinkmann, Deutschlandfunk, 5. April 2009

Pressestimmen zu "Das Mädchenschiff"

  • "Zamirs Sprache spiegelt diesen Wechsel wider, mal ist sie kurz angebunden, mal poetisch. Ohne sich hinter der sich anbietenden Ironie zu verstecken, führt sie die täglichen Absurditäten des Militärlebens vor."
    Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • ""ºDas Mädchenschiff"¹ ist eines der gelungensten Beispiele engagierter israelischer Literatur, das jemals auf dem deutschen (") Buchmarkt erschienen ist."
    Jüdische Zeitung
  • "Michal Zamir gehört zu den aufregenden Neuentdeckungen der israelischen Literatur."
    BrigitteExtra

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Roman, deutsche Erstausgabe, aus dem Hebräischen von Ruth Achlama
Atrium Verlag, Zürich

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