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	<title>Kommentare zu: Reloaded: Woher kommt Judenhass?</title>
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		<title>Von: Debora</title>
		<link>http://buecher.hagalil.com/2008/11/judenhass/comment-page-1/#comment-326</link>
		<dc:creator>Debora</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 18:38:26 +0000</pubDate>
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		<description>Als Deutsch- und Religionslehrerin an einer Gesamtschule in Hessen bin ich dankbar f&#252;r die deutlichen Worte &#252;ber das dargestellte Unterrichtsmaterial.
Unwissenheit &#252;ber Judentum, das als Wurzel des Christentum in Wirklichkeit sehr ernst genommen werden muss, ist leider &#252;berall zu beklagen. Im letzten Jahr habe ich mich beim Calwer Verlag &#252;ber eine Ausgabe der Kursbuches Religion 2000 beschwert, da der Sch&#252;lertext sowie die Abbildungen v&#246;llig fehlerhaft sind. Leider hatte ich nicht den Eindruck auf Verstehen zu stossen.
Ich  hoffe sehr, dieser Unwissenheit und den g&#228;ngigen Vorurteilen sowohl im Religionsunterricht als auch durch Fortbildungsveranstaltungen f&#252;r Lehrer begegnen zu k&#246;nnen. Noch bin ich zwar Christin, lebe aber mit meinem j&#252;dischen Mann in einem j&#252;dischen Haushalt und lerne mehr und mehr &#252;ber das Judentum, da mich der Gedanke an einen Giur stark besch&#228;ftigt.
Allerdings sehe ich, besonders nach den gelesenen Schilderungen der Missst&#228;nde, es als ein Vorrecht an, so aus der Innensicht des Judentums und aus dem Wissen &#252;ber das J&#252;dische im NT, das u.a. Pinchas Lapide so verst&#228;ndlich darlegt, Aufkl&#228;rungsarbeit leisten zu d&#252;rfen.
Und ich m&#246;chte den Rezensenten danken, die so klar und mutig mitarbeiten an diesem Ziel und somit auch meine Gedanken und mein Wissen anregen und erweitern. Es ermutigt ungemein, mit vielen an einem Strang zu ziehen und ich vertraue darauf, dass diese Samenk&#246;rner eines Tages Frucht tragen. Gerade j&#252;ngere Sch&#252;ler/innen erlebe ich da als sehr offen und lernf&#228;hig.
Machen wir uns also gegenseitig Mut!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Als Deutsch- und Religionslehrerin an einer Gesamtschule in Hessen bin ich dankbar f&uuml;r die deutlichen Worte &uuml;ber das dargestellte Unterrichtsmaterial.<br />
Unwissenheit &uuml;ber Judentum, das als Wurzel des Christentum in Wirklichkeit sehr ernst genommen werden muss, ist leider &uuml;berall zu beklagen. Im letzten Jahr habe ich mich beim Calwer Verlag &uuml;ber eine Ausgabe der Kursbuches Religion 2000 beschwert, da der Sch&uuml;lertext sowie die Abbildungen v&ouml;llig fehlerhaft sind. Leider hatte ich nicht den Eindruck auf Verstehen zu stossen.<br />
Ich  hoffe sehr, dieser Unwissenheit und den g&auml;ngigen Vorurteilen sowohl im Religionsunterricht als auch durch Fortbildungsveranstaltungen f&uuml;r Lehrer begegnen zu k&ouml;nnen. Noch bin ich zwar Christin, lebe aber mit meinem j&uuml;dischen Mann in einem j&uuml;dischen Haushalt und lerne mehr und mehr &uuml;ber das Judentum, da mich der Gedanke an einen Giur stark besch&auml;ftigt.<br />
Allerdings sehe ich, besonders nach den gelesenen Schilderungen der Missst&auml;nde, es als ein Vorrecht an, so aus der Innensicht des Judentums und aus dem Wissen &uuml;ber das J&uuml;dische im NT, das u.a. Pinchas Lapide so verst&auml;ndlich darlegt, Aufkl&auml;rungsarbeit leisten zu d&uuml;rfen.<br />
Und ich m&ouml;chte den Rezensenten danken, die so klar und mutig mitarbeiten an diesem Ziel und somit auch meine Gedanken und mein Wissen anregen und erweitern. Es ermutigt ungemein, mit vielen an einem Strang zu ziehen und ich vertraue darauf, dass diese Samenk&ouml;rner eines Tages Frucht tragen. Gerade j&uuml;ngere Sch&uuml;ler/innen erlebe ich da als sehr offen und lernf&auml;hig.<br />
Machen wir uns also gegenseitig Mut!</p>
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		<title>Von: Erika</title>
		<link>http://buecher.hagalil.com/2008/11/judenhass/comment-page-1/#comment-325</link>
		<dc:creator>Erika</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 10:44:09 +0000</pubDate>
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		<description>Ich m&#246;chte an dieser Stelle nicht auch noch eine Rezension zu einem Buch schreiben, welches es nicht einmal wert sein sollte gelesen zu werden oder gar als Unterrichtsmaterial verwendet werden sollte.
Das Einzige, was ich dazu bemerken k&#246;nnte ist: So viel Unsinn auf einem Haufen, Unwissenheit &#252;ber das Judentum , Unwissenheit &#252;ber den Nationalsozialismus, die Ermordung der j&#252;dischen Bev&#246;lkerung Europas, findet man gerade in den K&#246;pfen der Geschichtslehrer bzw. der  Lehrer und Lehrerinnen f&#252;r Wirtschaft und Politik ebenfalls! Ich spreche hier aus Erfahrung . Ich habe an der Schule, an der ich unterrichte noch keinen Kollegen gefunden, der weder &#252;ber Methoden noch ein fundiertes Wissen zu dieser Thematik verf&#252;gt.  Diese Unsicherheit verf&#252;hrt nat&#252;rlich dazu, die Thematik gar nicht erst im Unterricht zu behandeln oder selbst bei antisemitischen &#196;usserungen und sichtbaren antisemitischen Handlungen, das Geschehen zu verharmlosen und schlimmer noch, nicht an die Schul&#246;ffentlichkeit gelangen zu lassen. ( Man m&#252;sste sich ja schliesslich &#228;ussern. Da man das nicht fundiert kann, wird besser geschwiegen.) 
Als einzige J&#252;din an dieser Schule habe ich bei Auftauchen antisemitischer Schmierereien versucht, die Schulleitung und das Kollegium zu mobilisieren, Handlungsbedarf endlich zu erkennen und dann nat&#252;rlich auch zu handeln. Das Resultat  gipfelte in der Festsstellung seitens der Schulleitung &quot; Das ist doch alles nicht so schlimm, Sie sind da &#252;berempfindlich, liebe Kollegin und wenn Sie meinen das etwas getan werden muss, dann tun Sie es doch bitte selber, engagieren sie sich!&quot; &quot;Ausserdem sind nicht nur Juden im Krieg gestorben, sondern  viele andere auch!&quot; ( Man beachte das Wort gestorben...das Wort ermordet fand wohl keinen Eingang in jenes Gehirn! )  Ein halbes Jahr sp&#228;ter holte man sich dann eine gek&#252;rzte Wannsee-Ausstellung in die Schule. Zur Er&#246;ffnung waren nur geladene G&#228;ste vorgesehen. Weder ein Mitglied der j&#252;dischen Gemeinde noch ich waren geladen.  Auch mein Engagement bez&#252;glich der erforderlichen Einladung eines Mitgliedes der j&#252;dischen Gemeinde blieb erfolglos. 
Mehr brauche ich wohl hier an dieser Stelle nicht zu sagen.  Vielleicht noch:
Oh, wie recht hat Moishe Hundesohn in seinem letzten Cartoon!!!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich m&ouml;chte an dieser Stelle nicht auch noch eine Rezension zu einem Buch schreiben, welches es nicht einmal wert sein sollte gelesen zu werden oder gar als Unterrichtsmaterial verwendet werden sollte.<br />
Das Einzige, was ich dazu bemerken k&ouml;nnte ist: So viel Unsinn auf einem Haufen, Unwissenheit &uuml;ber das Judentum , Unwissenheit &uuml;ber den Nationalsozialismus, die Ermordung der j&uuml;dischen Bev&ouml;lkerung Europas, findet man gerade in den K&ouml;pfen der Geschichtslehrer bzw. der  Lehrer und Lehrerinnen f&uuml;r Wirtschaft und Politik ebenfalls! Ich spreche hier aus Erfahrung . Ich habe an der Schule, an der ich unterrichte noch keinen Kollegen gefunden, der weder &uuml;ber Methoden noch ein fundiertes Wissen zu dieser Thematik verf&uuml;gt.  Diese Unsicherheit verf&uuml;hrt nat&uuml;rlich dazu, die Thematik gar nicht erst im Unterricht zu behandeln oder selbst bei antisemitischen &Auml;usserungen und sichtbaren antisemitischen Handlungen, das Geschehen zu verharmlosen und schlimmer noch, nicht an die Schul&ouml;ffentlichkeit gelangen zu lassen. ( Man m&uuml;sste sich ja schliesslich &auml;ussern. Da man das nicht fundiert kann, wird besser geschwiegen.)<br />
Als einzige J&uuml;din an dieser Schule habe ich bei Auftauchen antisemitischer Schmierereien versucht, die Schulleitung und das Kollegium zu mobilisieren, Handlungsbedarf endlich zu erkennen und dann nat&uuml;rlich auch zu handeln. Das Resultat  gipfelte in der Festsstellung seitens der Schulleitung &#34; Das ist doch alles nicht so schlimm, Sie sind da &uuml;berempfindlich, liebe Kollegin und wenn Sie meinen das etwas getan werden muss, dann tun Sie es doch bitte selber, engagieren sie sich!&#34; &#34;Ausserdem sind nicht nur Juden im Krieg gestorben, sondern  viele andere auch!&#34; ( Man beachte das Wort gestorben&#8230;das Wort ermordet fand wohl keinen Eingang in jenes Gehirn! )  Ein halbes Jahr sp&auml;ter holte man sich dann eine gek&uuml;rzte Wannsee-Ausstellung in die Schule. Zur Er&ouml;ffnung waren nur geladene G&auml;ste vorgesehen. Weder ein Mitglied der j&uuml;dischen Gemeinde noch ich waren geladen.  Auch mein Engagement bez&uuml;glich der erforderlichen Einladung eines Mitgliedes der j&uuml;dischen Gemeinde blieb erfolglos.<br />
Mehr brauche ich wohl hier an dieser Stelle nicht zu sagen.  Vielleicht noch:<br />
Oh, wie recht hat Moishe Hundesohn in seinem letzten Cartoon!!!</p>
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	<item>
		<title>Von: Elijah</title>
		<link>http://buecher.hagalil.com/2008/11/judenhass/comment-page-1/#comment-307</link>
		<dc:creator>Elijah</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 16:37:34 +0000</pubDate>
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		<description>Erstens und v&#246;llig gleich ob es die historische Figur des Jesus gegeben hat oder nicht und ob eine riesige Weltreligion auf dem Glauben an ihn basiert, wurde der Tod Rabbi Jeshua ben Joseph nach r&#246;mischem Recht arrangiert und Rabbi Jeshua ben Joseph nach r&#246;mischem Recht gekreuzigt und es de facto ein r&#246;mischer Stadthalter war, der ihn verurteilte und das Todesurteil aussprach und es Zweitens festzuhalten gilt, dass Judenhass nicht nur in Desinformation, Halbwahrheiten und antisemitischer Hetze wurzelt sondern auch im Unwissen &#252;ber das Judentum, bzw. aktuell treffender formuliert &quot;verordnetem Unwissen&quot;.

Warum dies?

Nun, ganz einfach. Was gerade seit ein paar Wochen im Zweiten Deutschen Fernsehen an &quot;vorbeihuschender&quot; 1000-j&#228;hriger deutscher Geschichtsaufarbeiten gezeigt wird, die wahrlich ganze Massen junger Menschen begeistert in sich aufsaugen, weder als besonders p&#228;dagogisch zielf&#252;hrend noch produktiv im Sinne der optimistischen Aufkl&#228;rung zu bewerten ist und ohne Chance auf Schliessung von Bildungsl&#252;cken einen herben und befremdend anmutenden Beigeschmack hinterl&#228;sst, bezogen auf das Thema &quot;J&#252;disches Leben in Deutschland&quot; und dem sich &#252;ber Jahrhunderte sich vollzogene Wandel des Selbstverst&#228;ndnisses von in den deutschen Staaten lebenden Juden zu deutschen Juden oder Deutschen j&#252;dischen Glaubens, die auf der Grundlage einer st&#228;rkeren Beteiligung am allgemeinen &#246;ffentlichen und geselligen Leben und ihrem Anteil am Wirtschaftsleben, an Presse, Politik, Literatur und Kunst wie auch Milit&#228;rwesen (wenigstens bis um II. Weltkrieg) als Patrioten ihren bedeutenden aber nie gew&#252;rdigten Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisteten, geleitet vom Bestreben, in die b&#252;rgerliche Gesellschaft als vollwertiges und gleichberechtigtes Mitglied aufgenommen und akzeptiert zu werden. 

So viel zu der Frage: &quot;Wer wir Deutschen sind ?!?&quot; 

Diese antiseptische Schlemmerreise durch die deutsche Vergangenheit bei g&#228;nzlich fehlender Selbstkritik so nicht stehen gelassen werden kann, da die Deutschen selbst Zeuge einer fatalen und v&#246;lkerrechtlich falschen Entwicklung wurden, die sie verhindern h&#228;tten k&#246;nnen und die &quot;Deutsche Geschichte&quot; bis zum Eintreffen Hitlers auf die politische Weltb&#252;hne besser und vor allem zivilisierter, heisst mit weitaus weniger JUDENHASS h&#228;tte gestalten k&#246;nnen. Stattdessen wurde die Geschichte vor allem im deutschsprachigem Raum nicht nur als eine Waffe sondern auch ein ideologisches Machtinstrument auch von den christlichen Kirchen missbraucht aus dem Augenwinkel ignorierend, dass Identit&#228;tsstiftende Geschichte immer janusk&#246;pfig zu betrachten ist, da sie immer zwei Seiten hat &#8212; sowohl die menschliche Gr&#246;sse betreffend wie die des Verbrechens des/r Verbrecher/s.

Man k&#246;nnte fast behaupten, dass die Macher des ZDF und ganz bestimmt deren aktiver Programmdirektor Thomas Bellut mit an  Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit diesen vorbeihuschenden, riesenhaften Informationsl&#252;cken ein bestimmtes Interesse verfolgten mit der v&#246;lligen Ausblendung der Anf&#228;nge, Ursache und der Entwicklung des rassischen Antisemitismus und dieses Vers&#228;umnis nicht nur aus &quot;Versehen&quot; zu verantworten haben.

Politisch und &#246;ffentlich wird in deutschsprachigen L&#228;ndern Europas bis heute gelobt, der den Juden Gutes, getadelt, wer ihnen Schlimmes zugef&#252;gt hat, jedoch wird bis auf den heutigen Tag die politische Rolle der Juden in Deutschland und Europa als rein passiv hingestellt, man gleichzeitig jedoch nicht m&#252;de wird, ihren aktiven Anteil am deutschen Kulturleben zu betonen und damit gef&#228;hrlich mit gesellschaftlichen Spielregeln eines Miteinander bzw. Untereinander jongliert, die in der Vergangenheit religi&#246;s begr&#252;ndet waren.

Muss den hier und heute immer und immer wieder betont werden, dass schon zu Beginn des christlichen Abendlandes der Grundstein f&#252;r den christlichen Antisemitismus (Antijudaismus) gelegt wurde. Bereits im 4. Jahrhundert n.d.Z. wurden die ersten Beschr&#228;nkungen gegen Juden erlassen. So wurden sie von allen   &#246;ffentlichen &#196;mtern ausgeschlossen! Die Folge war, dass die Juden im Laufe der Zeit von vielen Berufen ausgeschlossen wurden. Ab dem 12. Jahrhundert n.d.Z. schloss das Zunftwesen/-recht Juden von fast allen Berufen aus. Nur noch der Geldverleih und der Handel (Kaufm&#228;nner/-frauen) waren ihnen zug&#228;nglich. Das war der Beginn des antisemitischen Vorurteils, dass &quot;die Juden&quot; &quot;das Kapital&quot; in der Hand halten w&#252;rden.

Dies zeigte sich insbesondere in beruflichen und besitzrechtlich Einschr&#228;nkungen (z.B. weder Ackerbau noch Landbesitz, Nichtzulassung zu den Handwerkerz&#252;nften), der beschr&#228;nkten Niederlassung und Freiz&#252;gigkeit (Judenquartiere, Judenschutz, -zoll), der &#228;usserlichen Stigmatisierung durch Judenabzeichen und -hut (4. Laterankonzil 1215), dem Judeneid und der sogenannten Kammerknechtschaft (Ks. Friedrich II. 1236), d.h. der Unterstellung der Juden unter kaiserlicher Gewalt, die als Judenregal an F&#252;rsten und St&#228;dte ver&#228;usserlicht war (Judensteuer).

Judenfeindliche Stereotypen pr&#228;gten Predigten von Bettelm&#246;nchen, die Argumentation gegen den Talmud, Texte der Kreuzzugs- und der Geisslerbewegung sowie Anklagen der Inquisition. Das Darlehensgesch&#228;ft, das Christen des kirchlichen Zinsverbots wegen bis in das Sp&#228;tmittelalter nicht aus&#252;bten, f&#252;hrte zum Vorwurf des Wuchers. Anschuldigungen wie Hostiensch&#228;ndung und Ritualmord entwickelten sich im 12. Jhdt.

Auch wurden im 12. Jahrhundert n.d.Z. die ersten j&#252;dischen Ghettos eingerichtet. Auch die Kreuzz&#252;ge des Mittelalters hatten das Ziel, die Juden in Pal&#228;stina auszurotten. In den Jahren 1548/49 wurden &#252;ber 300 j&#252;dische Gemeinden im deutschen Reich zerst&#246;rt. Der H&#246;hepunkt des christlichen Antisemitismus im Sp&#228;tmittelalter vertrat aber Martin Luther. In seinen letzten Schriften (&quot;Von Juden und L&#252;gen&quot;) gipfelt der fr&#252;he Antijudaismus. 

Er bezeichnet die Juden als &quot;verworfenes, verdammtes Volk&quot; und gibt folgende Ratschl&#228;ge wie mit den Juden zu verfahren sei: &quot;Erstlich, dass man ihre Synagogen mit Feuer anstecke...zum anderen, dass man ihre H&#228;user dergleichen zerbreche und zerst&#246;re...dass man ihnen den Wucher verbiete,... man nehme ihnen alle Barschaften,... man m&#252;sse ihnen das Schelmbein aus dem R&#252;cken treiben,...&quot; Hier legt Luther die Grundlage f&#252;r alle sp&#228;teren antisemitischen Progrome und verbreitet das Bild vom Juden als &quot;Wucherer&quot;. 

Es war den Christen verboten Geld gegen Zins zu verleihen und viele Menschen f&#252;hlten sich von den Kaufleuten und Geldverleihern ungerecht behandelt. Durch die massive Verbreitung von Luthers Schriften in der Sprache der Bev&#246;lkerung, also auf deutsch, wurde der Grundstein f&#252;r antisemitische Stereotype gelegt. So wurden die Probleme der damaligen Gesellschaft pauschal den Juden zugeschrieben und dadurch auf eine sowieso schon ausgegrenzte Minderheit abgew&#228;lzt. Der Antisemitismus entstand. 

In den Jahren 1873 bis 1918 also im deutschen Kaiserreich vollzog sich im Zuge des Sozialdarwinismus und aufkommender Rassentheorien ein gesellschaftlicher Umbruch nachdem Joseph Arthur Graf von Gobineau (1816-1883, franz&#246;sicher Schriftsteller und Diplomat) den aus der Tier- und Pflanzenzucht bekannten Begriff der Rasse auf Gruppen von menschlichen V&#246;lkern, die &#228;hnliche Sprachen sprechen &#252;bertrug. In seinem &quot;Versuch &#252;ber die Ungleichheit der Menschenrassen&quot; (4 B&#228;nde 1853-59) behauptete Gobineau, dass es abgesehen von rein &#228;usserlichen Merkmalen wie Haut- Augen- und Haarfarbe, auch Unterschiede in Charakter und F&#228;higkeiten gebe, die f&#252;r ganze Gruppen von V&#246;lkern vererbbar seien. Insbesondere sei die &quot;arische Rasse&quot; den anderen k&#246;rperlich, geistig und moralisch &#252;berlegen. Damit war der moderne Rassismus [Geisteshaltung, die andere Menschen rein aufgrund ihrer Abstammung als minderwertig bezeichnet] geboren und es vollzog sich ein verachtenswerter Umgang mit sozialen Minderheiten. Das Konzept der rassistischen Ungleichheit schuf den Glauben, dass die Europ&#228;er als h&#246;her stehende Rasse angesehen werden konnten und die &quot;anderen&quot; als vermeintlich &quot;minderwertig&quot;. Dies bot die Legitimation sie zu unterdr&#252;cken. Der Antisemitismus wurde nun nicht mehr vor allem theologisch begr&#252;ndet, sondern das Konzept von Rasse und Sozialdarwinismus (der St&#228;rkere gewinnt....) selektierte und diskriminierte nun Menschen nach vermeintlich ethnischer Zugeh&#246;rigkeit. Es bildeten sich eine Vielzahl von antisemitischen Vereinigungen. 

Diese begannen gegen Juden zu hetzen und antisemitische Weltbilder zu verbreiten. Das Bild des j&#252;dischen Wucherers, welcher in seiner Gier nach Geld das deutsche bzw. europ&#228;ische Volk bis aufs Mark ausbluten l&#228;sst und eine j&#252;dische Weltverschw&#246;rung (Protokolle von Zion...) propagierte. Im Kaiserreich und in der sp&#228;teren Weimarer Republik wurden diese Bilder tief in das Denken der Menschen verankert und durch die Faschisten zur Staatsideologie ernannt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Erstens und v&ouml;llig gleich ob es die historische Figur des Jesus gegeben hat oder nicht und ob eine riesige Weltreligion auf dem Glauben an ihn basiert, wurde der Tod Rabbi Jeshua ben Joseph nach r&ouml;mischem Recht arrangiert und Rabbi Jeshua ben Joseph nach r&ouml;mischem Recht gekreuzigt und es de facto ein r&ouml;mischer Stadthalter war, der ihn verurteilte und das Todesurteil aussprach und es Zweitens festzuhalten gilt, dass Judenhass nicht nur in Desinformation, Halbwahrheiten und antisemitischer Hetze wurzelt sondern auch im Unwissen &uuml;ber das Judentum, bzw. aktuell treffender formuliert &#34;verordnetem Unwissen&#34;.</p>
<p>Warum dies?</p>
<p>Nun, ganz einfach. Was gerade seit ein paar Wochen im Zweiten Deutschen Fernsehen an &#34;vorbeihuschender&#34; 1000-j&auml;hriger deutscher Geschichtsaufarbeiten gezeigt wird, die wahrlich ganze Massen junger Menschen begeistert in sich aufsaugen, weder als besonders p&auml;dagogisch zielf&uuml;hrend noch produktiv im Sinne der optimistischen Aufkl&auml;rung zu bewerten ist und ohne Chance auf Schliessung von Bildungsl&uuml;cken einen herben und befremdend anmutenden Beigeschmack hinterl&auml;sst, bezogen auf das Thema &#34;J&uuml;disches Leben in Deutschland&#34; und dem sich &uuml;ber Jahrhunderte sich vollzogene Wandel des Selbstverst&auml;ndnisses von in den deutschen Staaten lebenden Juden zu deutschen Juden oder Deutschen j&uuml;dischen Glaubens, die auf der Grundlage einer st&auml;rkeren Beteiligung am allgemeinen &ouml;ffentlichen und geselligen Leben und ihrem Anteil am Wirtschaftsleben, an Presse, Politik, Literatur und Kunst wie auch Milit&auml;rwesen (wenigstens bis um II. Weltkrieg) als Patrioten ihren bedeutenden aber nie gew&uuml;rdigten Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisteten, geleitet vom Bestreben, in die b&uuml;rgerliche Gesellschaft als vollwertiges und gleichberechtigtes Mitglied aufgenommen und akzeptiert zu werden. </p>
<p>So viel zu der Frage: &#34;Wer wir Deutschen sind ?!?&#34; </p>
<p>Diese antiseptische Schlemmerreise durch die deutsche Vergangenheit bei g&auml;nzlich fehlender Selbstkritik so nicht stehen gelassen werden kann, da die Deutschen selbst Zeuge einer fatalen und v&ouml;lkerrechtlich falschen Entwicklung wurden, die sie verhindern h&auml;tten k&ouml;nnen und die &#34;Deutsche Geschichte&#34; bis zum Eintreffen Hitlers auf die politische Weltb&uuml;hne besser und vor allem zivilisierter, heisst mit weitaus weniger JUDENHASS h&auml;tte gestalten k&ouml;nnen. Stattdessen wurde die Geschichte vor allem im deutschsprachigem Raum nicht nur als eine Waffe sondern auch ein ideologisches Machtinstrument auch von den christlichen Kirchen missbraucht aus dem Augenwinkel ignorierend, dass Identit&auml;tsstiftende Geschichte immer janusk&ouml;pfig zu betrachten ist, da sie immer zwei Seiten hat &#8212; sowohl die menschliche Gr&ouml;sse betreffend wie die des Verbrechens des/r Verbrecher/s.</p>
<p>Man k&ouml;nnte fast behaupten, dass die Macher des ZDF und ganz bestimmt deren aktiver Programmdirektor Thomas Bellut mit an  Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit diesen vorbeihuschenden, riesenhaften Informationsl&uuml;cken ein bestimmtes Interesse verfolgten mit der v&ouml;lligen Ausblendung der Anf&auml;nge, Ursache und der Entwicklung des rassischen Antisemitismus und dieses Vers&auml;umnis nicht nur aus &#34;Versehen&#34; zu verantworten haben.</p>
<p>Politisch und &ouml;ffentlich wird in deutschsprachigen L&auml;ndern Europas bis heute gelobt, der den Juden Gutes, getadelt, wer ihnen Schlimmes zugef&uuml;gt hat, jedoch wird bis auf den heutigen Tag die politische Rolle der Juden in Deutschland und Europa als rein passiv hingestellt, man gleichzeitig jedoch nicht m&uuml;de wird, ihren aktiven Anteil am deutschen Kulturleben zu betonen und damit gef&auml;hrlich mit gesellschaftlichen Spielregeln eines Miteinander bzw. Untereinander jongliert, die in der Vergangenheit religi&ouml;s begr&uuml;ndet waren.</p>
<p>Muss den hier und heute immer und immer wieder betont werden, dass schon zu Beginn des christlichen Abendlandes der Grundstein f&uuml;r den christlichen Antisemitismus (Antijudaismus) gelegt wurde. Bereits im 4. Jahrhundert n.d.Z. wurden die ersten Beschr&auml;nkungen gegen Juden erlassen. So wurden sie von allen   &ouml;ffentlichen &Auml;mtern ausgeschlossen! Die Folge war, dass die Juden im Laufe der Zeit von vielen Berufen ausgeschlossen wurden. Ab dem 12. Jahrhundert n.d.Z. schloss das Zunftwesen/-recht Juden von fast allen Berufen aus. Nur noch der Geldverleih und der Handel (Kaufm&auml;nner/-frauen) waren ihnen zug&auml;nglich. Das war der Beginn des antisemitischen Vorurteils, dass &#34;die Juden&#34; &#34;das Kapital&#34; in der Hand halten w&uuml;rden.</p>
<p>Dies zeigte sich insbesondere in beruflichen und besitzrechtlich Einschr&auml;nkungen (z.B. weder Ackerbau noch Landbesitz, Nichtzulassung zu den Handwerkerz&uuml;nften), der beschr&auml;nkten Niederlassung und Freiz&uuml;gigkeit (Judenquartiere, Judenschutz, -zoll), der &auml;usserlichen Stigmatisierung durch Judenabzeichen und -hut (4. Laterankonzil 1215), dem Judeneid und der sogenannten Kammerknechtschaft (Ks. Friedrich II. 1236), d.h. der Unterstellung der Juden unter kaiserlicher Gewalt, die als Judenregal an F&uuml;rsten und St&auml;dte ver&auml;usserlicht war (Judensteuer).</p>
<p>Judenfeindliche Stereotypen pr&auml;gten Predigten von Bettelm&ouml;nchen, die Argumentation gegen den Talmud, Texte der Kreuzzugs- und der Geisslerbewegung sowie Anklagen der Inquisition. Das Darlehensgesch&auml;ft, das Christen des kirchlichen Zinsverbots wegen bis in das Sp&auml;tmittelalter nicht aus&uuml;bten, f&uuml;hrte zum Vorwurf des Wuchers. Anschuldigungen wie Hostiensch&auml;ndung und Ritualmord entwickelten sich im 12. Jhdt.</p>
<p>Auch wurden im 12. Jahrhundert n.d.Z. die ersten j&uuml;dischen Ghettos eingerichtet. Auch die Kreuzz&uuml;ge des Mittelalters hatten das Ziel, die Juden in Pal&auml;stina auszurotten. In den Jahren 1548/49 wurden &uuml;ber 300 j&uuml;dische Gemeinden im deutschen Reich zerst&ouml;rt. Der H&ouml;hepunkt des christlichen Antisemitismus im Sp&auml;tmittelalter vertrat aber Martin Luther. In seinen letzten Schriften (&#34;Von Juden und L&uuml;gen&#34;) gipfelt der fr&uuml;he Antijudaismus. </p>
<p>Er bezeichnet die Juden als &#34;verworfenes, verdammtes Volk&#34; und gibt folgende Ratschl&auml;ge wie mit den Juden zu verfahren sei: &#34;Erstlich, dass man ihre Synagogen mit Feuer anstecke&#8230;zum anderen, dass man ihre H&auml;user dergleichen zerbreche und zerst&ouml;re&#8230;dass man ihnen den Wucher verbiete,&#8230; man nehme ihnen alle Barschaften,&#8230; man m&uuml;sse ihnen das Schelmbein aus dem R&uuml;cken treiben,&#8230;&#34; Hier legt Luther die Grundlage f&uuml;r alle sp&auml;teren antisemitischen Progrome und verbreitet das Bild vom Juden als &#34;Wucherer&#34;. </p>
<p>Es war den Christen verboten Geld gegen Zins zu verleihen und viele Menschen f&uuml;hlten sich von den Kaufleuten und Geldverleihern ungerecht behandelt. Durch die massive Verbreitung von Luthers Schriften in der Sprache der Bev&ouml;lkerung, also auf deutsch, wurde der Grundstein f&uuml;r antisemitische Stereotype gelegt. So wurden die Probleme der damaligen Gesellschaft pauschal den Juden zugeschrieben und dadurch auf eine sowieso schon ausgegrenzte Minderheit abgew&auml;lzt. Der Antisemitismus entstand. </p>
<p>In den Jahren 1873 bis 1918 also im deutschen Kaiserreich vollzog sich im Zuge des Sozialdarwinismus und aufkommender Rassentheorien ein gesellschaftlicher Umbruch nachdem Joseph Arthur Graf von Gobineau (1816-1883, franz&ouml;sicher Schriftsteller und Diplomat) den aus der Tier- und Pflanzenzucht bekannten Begriff der Rasse auf Gruppen von menschlichen V&ouml;lkern, die &auml;hnliche Sprachen sprechen &uuml;bertrug. In seinem &#8220;Versuch &uuml;ber die Ungleichheit der Menschenrassen&#8221; (4 B&auml;nde 1853-59) behauptete Gobineau, dass es abgesehen von rein &auml;usserlichen Merkmalen wie Haut- Augen- und Haarfarbe, auch Unterschiede in Charakter und F&auml;higkeiten gebe, die f&uuml;r ganze Gruppen von V&ouml;lkern vererbbar seien. Insbesondere sei die &#8220;arische Rasse&#8221; den anderen k&ouml;rperlich, geistig und moralisch &uuml;berlegen. Damit war der moderne Rassismus [Geisteshaltung, die andere Menschen rein aufgrund ihrer Abstammung als minderwertig bezeichnet] geboren und es vollzog sich ein verachtenswerter Umgang mit sozialen Minderheiten. Das Konzept der rassistischen Ungleichheit schuf den Glauben, dass die Europ&auml;er als h&ouml;her stehende Rasse angesehen werden konnten und die &#34;anderen&#34; als vermeintlich &#34;minderwertig&#34;. Dies bot die Legitimation sie zu unterdr&uuml;cken. Der Antisemitismus wurde nun nicht mehr vor allem theologisch begr&uuml;ndet, sondern das Konzept von Rasse und Sozialdarwinismus (der St&auml;rkere gewinnt&#8230;.) selektierte und diskriminierte nun Menschen nach vermeintlich ethnischer Zugeh&ouml;rigkeit. Es bildeten sich eine Vielzahl von antisemitischen Vereinigungen. </p>
<p>Diese begannen gegen Juden zu hetzen und antisemitische Weltbilder zu verbreiten. Das Bild des j&uuml;dischen Wucherers, welcher in seiner Gier nach Geld das deutsche bzw. europ&auml;ische Volk bis aufs Mark ausbluten l&auml;sst und eine j&uuml;dische Weltverschw&ouml;rung (Protokolle von Zion&#8230;) propagierte. Im Kaiserreich und in der sp&auml;teren Weimarer Republik wurden diese Bilder tief in das Denken der Menschen verankert und durch die Faschisten zur Staatsideologie ernannt.</p>
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		<title>Von: Yael</title>
		<link>http://buecher.hagalil.com/2008/11/judenhass/comment-page-1/#comment-297</link>
		<dc:creator>Yael</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2008 14:19:49 +0000</pubDate>
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		<description>Danke Ramona f&#252;r deine Arbeit. Ich muss sagen, ich habe leider nichts anders erwartet. Allein die Reaktionen der Leute im Forum, auch des Verlages, hat nicht besonders vertrauensw&#252;rdig gewirkt. Ich hoffe, dass das Buch keine grosse Anwendung in Schulen finden wird, die armen Sch&#252;ler, die mich dieses Mist konfrontiert werden, kann man nur bedauern. Aber heutzutage darf eben jeder Depp ein Buch schreiben und es als etwas p&#228;dagogisches verkaufen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Danke Ramona f&uuml;r deine Arbeit. Ich muss sagen, ich habe leider nichts anders erwartet. Allein die Reaktionen der Leute im Forum, auch des Verlages, hat nicht besonders vertrauensw&uuml;rdig gewirkt. Ich hoffe, dass das Buch keine grosse Anwendung in Schulen finden wird, die armen Sch&uuml;ler, die mich dieses Mist konfrontiert werden, kann man nur bedauern. Aber heutzutage darf eben jeder Depp ein Buch schreiben und es als etwas p&auml;dagogisches verkaufen.</p>
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