Shraga Har-Gil: Alte Liebe rostet nie
Shraga Har-Gil ist ein betagter Herr. Er lebt in Israel, arbeitete lange als Journalist für die israelische Tageszeitung Ma’ariv, hatte zuvor aber bereits verschiedene andere Berufe - in Israel nichts Außergewöhnliches. Nun, im Alter, blickt er in literarischer Form auf sein ereignisreiches Leben zurück - in einer Sprache, die er sich sehr lange zu sprechen geweigert hatte: in deutsch.
Shraga Har-Gil ist ein Jecke (s. Greif/McPershin/Weinbaum 2000; Greif 2003). Geboren wurde er 1927 mit dem Namen Paul-Philipp Freudenberger in Würzburg. 1933 verstießen die Deutschen den Sechsjährigen - ein traumatisches Erlebnis, welches Shraga Har-Gil niemals mehr zu vergessen vermochte: Als ein Fotograf von der Kindergartengruppe ein Erinnerungsfoto über die gemeinsame glückliche Kindergartenzeit machen wollte, musste sich das jüdische Kind Paul-Philipp auf Geheiss seiner Kindergärtnerin mit dem Rücken zur Wand stellen… Weiterlesen »